Alfred J. Kwak

Tierisches Plädoyer für mehr Toleranz

Kinder strahlen beim Musical Alfred J. Kwak mit der Sonne um die Wette

Die deutsche Freilichterstaufführung des Kindermusicals Alfred Jodokus Kwak von Hermann van Veen im Rahmen der Lahnsteiner Burgspiele punktete beim jungen Publikum mit fantastisch farbenprächtigen Kostümen, bekannten Melodien und einer spannenden Handlung. Nicht nur das Premierenpublikum kam auf seine Kosten, auch die Darsteller versprühten viel Spiellaune und Originalität. Meisterhaft präsentierten sich die Nebenrollen, die Frank Musekamp in der Rolle des Alfred J. Kwak fast die Show stahlen.

Zur Handlung: Alfred Jodokus Kwak lebt glücklich mit seiner Frau Winni Wana, einer Cappuccino-Ente, im friedlichen Wasserland. Das ändert sich jäh mil der Forderung der Krähe Dolf, dass jeder der Bewohner des Landes einen Pass haben muss und Zugvögel nicht mehr erwünscht sind. Diese Vorschrift findet Alfred nicht akzeptabel, besonders als seine Frau ihm mitteilt, dass sie Eltern werden. Um der sich schnell verbreitenden Intoleranz gegen alles Fremde zu entgehen, beschließen Alfred und Winni nach Zuhausland, der Heimat von Winni, auszuwandern. Ihnen schließen sich Professor Hanswurst von Pinguin sowie die Ratten Link und Michel an. Die beiden Ratten verfolgen allerdings auf Dolfs Geheiß finstere Pläne. So stehen die Zeichen nicht gut für Alfred und seine Freunde.

Das Stück wirbt für Toleranz und mehr Menschlichkeit.
Angesprochen wird das Thema der Fremdenfeindlichkeit, der jeder Mensch mit Herz die Stirn bieten sollte. Aber auch Freundschaft und Liebe kommen nicht zu kurz. Die ernsthaften Themen werden durch mitreißende Hits wie „Warum bin ich so fröhlich“ aufgelockert und ergänzt.   Frank Musekamp verkörperte die  Rolle des gelben Enterichs Alfred J. Kwak mit sehr viel Elan und überbordender guter Laune. Als Winni Wana bot Silva Heil in Gesang und Spiel eine großartige Leistung. In besonderer Weise zum Leben erweckt wurde das Musical jedoch durch die hervorragend agierenden Nebenrollen. Der Elster Stibitzi gab die Darstellung durch Alexandra Kranz einen frischen Charme. Auch die Ratten Link und Michel wurden durch das Spiel von Frank Eller und Carsten Steuwer zu individuellen Persönlichkeiten, die ihre Zwangslage überzeugend transportierten und toll miteinander agierten. In weiteren Rollen brillierten Tilo Werner, Silke Hartstang und Patricia Wachtel. Ein extra Lob gebührt Choreografin  Susanna Curtis und Kostümbildnerin Marion Durbenschneider, die mit Balletelementen und  stofflicher Farbenpracht für einen optischen Genuss sorgten.

Einziger Wermutstropfen bei der
Aufführung war die Verwendung
von nicht kindgerechten Begriffen,
die jedoch ein typisches Element
bei Hermann van Feen sind. Das
weiß auch Thomas Woitkewitsch, der das Kindermusical ins Deutsche übersetzte und voll des Lobes über die Aufführung war. Die Inszenierung von Klaus-Dieter Köhler war eine rundum gelungene Premiere: Großartige Choreografie, prima Schauspieler, die Spaß an der Sache haben und ein schönes Ambiente. Die Städtische Bühne Lahnstein hat alles richtig gemacht“
Text und Bild: Susanne Schneider