Rilke on the rocks

eine Jugendstil-Revue von Klaus-Dieter Köhler

Eine arbeitslose sehr von sich eingenommene Kunsthistorikerin namens Matthilde und Maurice, ein ehemaliger Buffo und Kleindarsteller, der mit Vorliebe Maeterlinck und Rilke rezitiert und ständig Schlager trällert, brechen in eine Wiesbadener Jugendstil-Villa ein, um eine wertvolle Gallée Vase zu stehlen. Der Buffo macht dabei Matthilde eifrig, aber zunächst vergeblich den Hof.

Nach einem turbulenten 1. Akt, in dem sie alles andere als wertvolle Sachen finden, und wir neben dem berühmten Schleiertanz der Jugendstil Tänzerin Lou Fuller auch noch ein waschechtes Kabarett-Szenerl aus dem Berliner Überbrettl erleben, wird plötzlich der Alarm ausgelöst. Der Zuschauer wird mit einem Cliff Hanger in die Pause geschickt.

Teil 2. Es kommt, wie es kommen muss. Mathilde und Maurice landen im Gefängnis. Die Zuschauer sind nun die Mitgefangenen, die sich eine Jugendstil-Revue ansehen und anhören dürfen und müssen. Mathilde gibt dabei eine reiche Wiesbadener Mäzenatin, die in ihrem Salon das Who is Who des Europäischen Jugendstil eingeladen hat. Maurice muss zunächst den Butler spielen. Der Raum besteht aus Möbeln und Requisiten aus allen Zeiten, die im ersten Teil abgedeckt und nun als Spielraum von den beiden Gefangenen hergerichtet wurden.

Dabei werden die Zuschauer in die Welt der Wiener Sezession, des victorianischen Londons von Oscar Wilde, zum „Floreale“ nach Italien, dem Modernisme in Barcelona und natürlich zum Art Nouveau nach Frankreich geführt, wo sie u.a. Rilkes singendem Malte Laurids Brigge, Hugo von Hofmannstal mit einer Erstaufführung und am Ende Emile Gallé persönlich als Gäste zu Wort und Gesang kommen lassen. Und natürlich gibt es dann am Ende noch eine große Überraschung, passend zum Grand Finale und für Maurice gibt es doch noch das ersehnte Happy End. Allerdings ein bischen anders als erwartet.

Musikalische Leitung: Claus Weyrauther
Ausstattung: Lena Dinse

PREMIERE AM 25. JANUAR 2020,
Kammerspiele Wiesbaden